PFSO: Rolle und Aufgaben der Beauftragten für die Gefahrenabwehr in der Hafenanlage
Der PFSO (Port Facility Security Officer) ist die/der Beauftragte für die Gefahrenabwehr in der Hafenanlage – die vom Betreiber der Anlage benannte Person, die den Plan zur Gefahrenabwehr ausarbeitet, umsetzt und aktuell hält und mit den Beauftragten für die Gefahrenabwehr auf den Schiffen sowie mit den Behörden zusammenarbeitet. Der PFSO ist außerdem dafür verantwortlich, dass das Personal geschult ist und Drills und Übungen regelmäßig stattfinden.
Die wichtigsten Aufgaben des PFSO
- Durchführung einer ersten umfassenden Begehung der Hafenanlage unter Berücksichtigung der Risikobewertung,
- Ausarbeitung und Aktualisierung des Plans zur Gefahrenabwehr in der Hafenanlage (PFSP),
- Umsetzung des Plans und Überwachung seiner Durchführung, regelmäßige Inspektionen,
- Sicherstellung der Schulung des Personals und Organisation von Drills und Übungen,
- Entgegennahme und Auswertung von Meldungen über sicherheitsrelevante Ereignisse, Berichterstattung,
- Zusammenarbeit mit den Beauftragten für die Gefahrenabwehr auf den Schiffen (SSO), der Polizei, der Bundespolizei und der Hafenbehörde,
- Umsetzung der Maßnahmen, die der jeweils geltenden Gefahrenstufe entsprechen.
In der Regel wird in der Anlage auch eine Stellvertretung – DPFSO benannt, die die Aufgaben bei Abwesenheit des PFSO übernimmt.
PFSO und Personal der Hafenanlage
Der PFSO kann nicht allein die gesamte Anlage beobachten – insbesondere in Passagieranlagen ohne ständigen Sicherheitsdienst. Deshalb ist entscheidend, dass Büro, Kasse, Wachdienst und Bootsleute wissen, worauf sie achten sollen und wie sie es schnell weitergeben. Jedes sicherheitsrelevante Ereignis – auch ein scheinbar unbedeutendes – sollte beim PFSO ankommen.
Schulungen, Drills und Übungen
| Form | Häufigkeit nach dem ISPS-Code |
|---|---|
| Drill des Personals | Mindestens einmal alle drei Monate (Teil B, 18.5 – in der EU verbindlich angewendet) |
| Übung (exercise) | Mindestens einmal im Kalenderjahr, mit höchstens 18 Monaten Abstand (Teil B, 18.6) |
Ein anderer Abstand der Drills muss mit den Gegebenheiten der Anlage begründet werden. Die jährliche Übung allein ersetzt die vierteljährlichen Drills nicht. Wie Sie jede dieser Formen dokumentieren, lesen Sie im Artikel ISPS-Schulungen dokumentieren.
Qualifikation des PFSO
Die Funktion des PFSO setzt eine entsprechende Ausbildung voraus, die nachgewiesen werden muss; die Einzelheiten richten sich nach dem Landesrecht und den Vorgaben der zuständigen Behörde. Das ist eine andere Ebene als die Schulung des Personals – mehr dazu im Artikel ISPS-Schulung und PFSO-Lehrgang.
Quellen
- ISPS-Code, Teil A Abschnitte 17–18, Teil B Abschnitte 18.5–18.6.
- Verordnung (EG) Nr. 725/2004, Art. 3 Abs. 5.
- Hafensicherheitsgesetze der Küstenländer (Landesrecht).